Schülerinnen des Elisabeth-Gymnasiums besuchen regelmäßig Bewohner des Altenpflegeheimes „Haus Wartburgblick“
 
Den Schulvormittag geschafft und endlich chillen, mit Freunden abhängen oder sich beim Chatten im Netz verlieren? Weit gefehlt, jedenfalls bei Leila, Lena, Lucy  und Elea. Denn die vier Mädchen aus der Klasse 6F gehören der Projektgruppe „Jung und Alt begegnen sich“ an, die seit Dezember letzten Jahres besteht und eine Sparte unserer Kooperation mit dem Altenpflegeheim „Haus Wartburgblick“ ist. Alle zwei Wochen, nach einem festen Plan,  treffen sich die etwa 15 Schülerinnen und Schüler einen Nachmittag lang mit Bewohnern. Inzwischen kennen sich die Mädchen schon gut in „ihrem“ Wohnbereich aus und werden bei Ankunft freudig begrüßt: „Jetzt kommt wieder Leben in unser Haus!“, so eine betagte freundliche Dame.
 
 
Die Schülerinnen, die von einem Betreuer des Hauses begleitet werden, dürfen wählen, ob sie ihre Zeit mit Senioren im Zimmer verbringen möchten oder in größerer Runde im Wohnbereich. Elea und Lena besuchen heute eine über Siebzigjährige, die aufgrund mangelnder Mobilität nicht mehr am Gemeinschaftsleben der Station teilhaben kann. Dass sie aber mental noch wirklich fit ist, beweist sie den Mädchen: während diese Anfänge von bekannten und auch weniger bekannten Sprichwörtern und Redensarten vorgeben, vollendet sie diese im Handumdrehen.
 
 
Indessen haben Lucy und Laila ein großes Mensch-ärger-dich-nicht-Spiel auf dem Gruppentisch vorbereitet und spielen gemeinsam mit einigen alten Damen. Manchmal müssen sie beim Figurenrücken helfen, weil die Feinmotorik nicht mehr so gut funktioniert, manchmal auch die Regeln erklären, weil vieles in Vergessenheit gerät. Das erfordert nicht nur Geduld, sondern auch Verständnis für demente Menschen, eine Erfahrung, die ganz wichtig ist. An anderen Tagen stehen andere Spiele, wie zum Beispiel Memory oder Quartett auf dem Programm, Rätsel werden gelöst oder aus der Zeitung vorgelesen. Auch kleine Spaziergänge an der Hörsel entlang haben Jung und Alt bereits gemeinsam erlebt.
 
 
 
Elea freut sich besonders auf die Gespräche mit den älteren Menschen, die gern und oft aus ihrem Leben erzählen – manchmal Spannendes, manchmal Lustiges, aber manchmal auch Trauriges. Leila ist immer wieder überrascht, woran sich die Senioren noch alles erinnern. Dabei vergeht die Stunde oft wie im Flug.
Was ist den engagierten Schülerinnen am wichtigsten? Elea möchte an ihrem Nachmittag die alten Menschen, die oft kaum oder sogar keinen Besuch mehr bekommen, ein Stück Gemeinschaft schenken. Auch Lena findet es gut, dass die Heimbewohner den  Kontakt zu jungen Generationen nicht verlieren und eine Verbindung nach außen bleibt. Leila schätzt besonders den Austausch miteinander.
 
 
 
Dass die regelmäßigen Besuche der Eli-Gymnasiasten eine freudig erwartete Abwechslung für die Bewohner des Seniorenheimes sind, kann man an ihren Gesichtern ablesen: wieder ein gefüllter und erfüllter Nachmittag, an dem sich Generationen treffen und einander Zeit und Freude schenken – ganz im Sinne der heiligen Elisabeth.
Und hast du jetzt vielleicht Lust bekommen, Teil der Projektgruppe zu werden, dann melde dich bei Frau Arnold, Frau Brehm oder Frau Eckert.
 
 
 
Neben den regelmäßigen Besuchen der Projektgruppe beleben jährliche Chorauftritte in der Vorweihnachtszeit oder im Frühjahr die Kooperation zwischen dem Seniorenheim und unserer Schule. Auch diese sind für Jung und Alt eine echte Herzensangelegenheit.

   (EK, 12.03.2020/ BC)
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